Wording

Aufgabe ist es Namen und Namenskonzepte zu kreieren, die Dinge beim Namen zu nennen, ein Ding, einen Gegenstand zu versprachlichen und die verständlichste/kürzeste Bezeichnung mit Namensqualität zu finden. Ziel ist »Ihr Suchergebnis (0 Treffer)« und freie Domains mit gewünschten Endungen.

Die prägende Information für unsere Wahrnehmungen beziehen wir aus den Bedeutungen der Dinge. Visuell leiten wir diese vom Sichtbaren, von den Oberflächen ab; den Oberflächen im weitesten Sinn: Ansichten, Perspektiven, Proportionen, Beziehungen, Farben, Schärfen, Unschärfen ... Wir können die Dinge nicht betrachten, ohne nach der Semantik zu fragen, nach ihr zu suchen. Dies gilt als wesentlicher Unterschied unserer Wahrnehmung im Vergleich zur künstlichen Intelligenz. Schon Kant hat etwa gesagt: Wir formen die Welt, wenn wir sie betrachten. Eine abstrakte Oberfläche ist zum Beispiel das Image eines Unternehmens. Visuell wird es geprägt durch das Erscheinungsbild, auditiv durch die verbale Kommunikation, vor allem durch die Unternehmensbezeichnung. Dabei ist der Klang genauso assoziativ wie die »Figur« eines Wortes. In unserer Arbeit interessiert uns die Zusammenwirkung von Name und Bild. Als wichtigstes Kriterium für die Namenswahl hat sich das Erzählerische erwiesen, nicht die vordergründigen Aussagen, sondern die hintergründigen Wirkungen oder, um einen Begriff von Elias Canetti zu gebrauchen, die »akustischen Masken« von Worten.

Worte kann man hören und sehen. Gerade bei einer Logotype sind Konnotat und visuelle Assoziation nicht trennbar und verstärken sich gegenseitig. Gute Lösungen beziehen ihre Wirkungskraft meist aus einer starken Pointe mit prägnanten Bedeutungsimpulsen. In der Irritation sprechen »bedeutende« Dinge oft lauter zu uns, so geschehen, als ich auf einem ganz normalen Ortschild den Namen »Namlos« las. Was ist ein »normales« Ortschild? – das vertraute Schild, mit dem typischen blauen Rahmen und dem Namen des jeweiligen Ortes. Auf dem besagten Schild las ich einen Namen, der sich selbst negiert. Wieviele solcher Schilder habe ich schon achtlos passiert? – dieses eine blieb mir in Erinnerung. Es gibt diesen Ort. Namlos liegt in Tirol auf 1200m Höhe und ist bewohnt von etwa 100 Namlosen.