Corporate Design

Visueller Hauptdarsteller des Corporate Designs ist das Logo oder die Logotype. Es handelt sich dabei um eine auf das Wesentliche reduzierte zeichen- oder symbolhafte Darstellung, die mit einer bestimmten Identität verbunden ist. Entscheidend für die Wirkungskraft einer Bild- oder Wort-Bild-Marke ist dessen Prägnanz und semiotische Treffsicherheit. Ein umfassendes CD-Programm umfasst weitere Elemente wie Typografie, Farben, Bedruckstoff-Palette, Gestaltungsraster, Redaktions- und Bildkonzept als formale »Spielregeln«. Identitätsstiftende und imagebildende Wirkung erzielt ein Erscheinungsbild erst durch die kreative Interpretation und konsequente Anwendung.

Wir sind uns dessen nicht bewusst, aber wir baden laufend in einem Meer von Bild- und Dingbedeutungen. Sie stecken in Zeichen, Formen, Klängen, Räumen und beeinflussen unsere Wahrnehmung. Gestalter haben beruflich damit zu tun. Meist versucht man das Schöne oder zumindest das Interessante mit seiner Arbeit zu bewirken. Dabei angesprochen sind nicht etwa Kitsch oder visuelleRaserei, viel eher die feinen Töne der Erhöhung: Wölbung, Glanz und Kontraste, die Wiederholung, konstruktive und symbolische Formen – beispielsweise die Flügel in vielen Symbolen oder die Mittelachse als Gestaltungsprinzip (Staatswappen, McDonalds-Logo, Engelbildnisse ...). Das richtige Maß zu finden gelingt selten. Übertreibungen sind kontraproduktiv. Vom altgriechischen Denker Longinus ist folgender Gedanke überliefert: »...überhaupt gehört Schwulst anscheinend zu den am schwersten vermeidbaren Fehlern. Denn naturgemäß fallen alle, die nach Größe streben, aus Angst vor dem Tadel der Kraft- und Saftlosigkeit irgendwie in diesen Fehler.«