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Die auffallende Glasgrafik am neuen Hafengebäude ist in Wirklichkeit eine verschlüsselte Schrift nach dem gestalterischen Konzept von Reinhard Gassner

Neue, restriktive Auflagen für einen wirksamen Sichtschutz an den 80 großformatigen Glasflächen des Hafengebäudes inspirierten den Gestalter Reinhard Gassner zu einer außergewöhnlichen Lösung. Die geforderte Unterbrechung der Transparenz, alle 5 cm in den Farben Schwarz und Weiß, dienten Gassner als Grundlage für sein Gestaltungskonzept. 5 x 5 cm bestimmen nun den Maßrhythmus für ein grafisches Zeichensystem, das Informationen in einem abstrakten binären Basiscode visualisiert. Anstelle 0/1 erscheinen Schwarz und Weiß in Form einer “Keilschrift”. Umgesetzt wurde ein eigens hierfür verfasster Text von dem Architekturtheoretiker Otto Kapfinger zum Thema Glas und Transparenz.
Unsichtbare Codes bestimmen immer stärker unsere Welt. Das Textband auf den Glaselementen bewirkt eine Umkehrung, indem der reale Text verschlüsselt bleibt und die binäre Geheimschrift sichtbar wird. Ergebnis sind scheinbar zufällig variierte Ornamente und geheimnisvolle Muster.
Reinhard Gassner zum Entwurf: “Formal dachte ich an ein uraltes Keilalphabet, ... das letztlich Sichbare könnte auch ein Mövenschwarm im Gegenlicht oder eine Regatta auf den bewegten Wellen sein.” Und mit den Worten des Autors: “…vergleichbar dem phänomen, wenn die spiegelnde fläche des sees, flüchtig bewegt durch wind und wellen, dieses faszinierende, das auge meditativ fesselnde und zugleich entspannende flimmern erhält.”

Architektur: Planungsgemeinschaft Hafen Bregenz
Nägele Waibel - Spagolla - Ritsch
Fotos: Petra Rainer, Wien